Arsten schielt in Richtung Oberliga

Nach Trainerwechsel und gezielten Neuverstärkungen wollen die Handballerinnen aufsteigen

Bremen. Die Vorbereitung auf die neue Spielzeit in der Handball-Landesliga der Frauen verlief für den TuS Komet Arsten über weite Strecken erfolgreich. Deshalb hoffen die Trainer Malte Rogoll und Marc Albers, dass ihre Spielerinnen nicht nur das Auswärtsspiel zum Auftakt bei der SG SV Friedrichsfehn/TuS Petersfehn II (25. September, 15.30 Uhr) erfolgreich gestalten werden – sondern dass sich die Mannschaft auch an der Tabellenspitze etabliert. „Bisher sind wir sehr zufrieden mit dem, was die Mädels in der Vorbereitung geleistet haben“, versichert Malte Rogoll, „alle ziehen voll mit und geben Vollgas.“

Nach einer Phase, in der wegen der Covid-19-Pandemie lediglich rudimentär trainiert werden konnte, ging es nun schließlich in voller Mannschaftsstärke zurück auf die „Platte“. Motiviert und voller Spielfreude gingen die Spielerinnen in die ersten drei Vorbereitungsspiele, in denen sie sich gegen Oberligist TV Oyten II (27:29), den Oberligisten SG Friedrichsfehn/Petersfehn (26:28) sowie den Oberligisten HSG Hude/Falkenburg (26:28) überaus anständig aus der Affäre zu ziehen verstanden.

„Die drei Spiele waren als Standortbestimmung für uns sehr wichtig“, resümiert Rogoll, „wir haben diese drei Testspiele ganz bewusst schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt bestritten, diese Spiele zwar alle knapp verloren, hatten aber durchaus unsere Chancen, diese auch zu gewinnen.“

Anschließend folgte ein weiterer Test gegen den klassentieferen TV Oyten III (Landesklasse), welches die „Kometinnen“ mit 44:27 gewinnen konnten. Eine Woche später war das, im Vergleich zur abgebrochenen Spielzeit im vergangenen Jahr stark veränderte Team zu einem Turnier vom TV Oyten II eingeladen, wo es einen starken zweiten Platz belegte. Drei Erfolgen gegen den FC St. Pauli(Oberliga Schleswig-Holstein), den TV Neerstedt (Oberliga) sowie  Liga-Konkurrent ATSV Habenhausen stand am Ende lediglich eine Niederlage gegen Gastgeber und Turniersieger TV Oyten II gegenüber.

Bis zum Saisonstart werden die Arsterinnen noch gegen die zweite Vertretrung des TV Oyten, gegen den Mellendorfer TV (Landesliga Hannover) und gegen die SG Findorff (Oberliga) antreten, um sich die letzte Wettkampfhärte zu holen. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, meistens gegen Oberligisten zu spielen“, erläutert Malte Rogoll, „um uns mit denen zu messen und damit wir optimal vorbereitet sind für die kommende Saison.“

Dort treten Rogoll und Albers die Nachfolge von Ex-Trainer Harald Logemann an, der das Team während der pandemiebedingten Zwangspause verlassen hatte. „Während des zweiten Lockdowns wurde im Vorstand viel gesprochen“, führt TuS-Abteilungsleiter Per Theilig aus, „und wir kamen zu dem gemeinsamen Entschluss, dass wir für unsere erste Damenmannschaft frischen Wind in Form eines neuen, jungen Trainers brauchen.“

Dieses sei dann nach Rücksprache mit der Mannschaft Anfang des Jahres umgesetzt worden, sagt Theilig. „Dabei hatten wir unter anderem Malte Rogoll im Kopf, der seit Sommer bei uns im Jugendbereich gute Arbeit leistet, und bereits mit den dritten Damen des SV Werder Erfahrung im Damenbereich vorzuweisen hatte, erläutert der Abteilungsleiter. „Wir denken, dass unser aller Ziel mit Malte und Marc als Trainergespann optimal umgesetzt werden kann.“ Und dieses Ziel ist ambitioniert: Kurzfristig soll das Team in die Oberliga aufsteigen, „auch wenn man aufgrund der langen Aussetzung des Spielbetriebes noch nicht genau weiß, wo die Reise letztendlich hingehen wird“, schränkt Theilig ein. Wichtig sei der Aufstieg, „da in den nächsten Jahren viele weitere Talente aus der A-und B-Jugend zur ersten Mannschaft stoßen  werden“, begründet der Abteilungsleiter. „Und die wollen wir natürlich mit einer attraktiven Perspektive in Richtung Damenmannschaft dazu bewegen, weiterhin unserem Verein treu zu bleiben.“

Kader: Marlien Willig, Melina Rieger, Mirja Meinke, Anna-Lena Lampe, Laura Gatzka, Christin Lange, Lorencia Evers, Jennifer Meyerhöver, Mirja Kahle, Ilka Brockhoff, Ann-Katrin Abbes, Janna Meyer, Jil Warschewski, Lara Paeslack, Sarah Schütte, Steffanie Segieth, Christin Meyer

Trainer: Malte Rogoll, Marc Albers

Betreuerin: Susanne Niemann

Geschrieben von Christian Markwort, veröffentlicht im Weser Kurier am 16.09.2021.

2021-09-16T08:48:30+02:0016. September 2021|

Handballer fühlen sich im Sand wohl

Weiblicher und männlicher Nachwuchs aus Arsten und Habenhausen spielt bei der HVN-Beach-Tour groß auf

Bremen. Die weibliche Handball-Jugend des TuS Komet Arsten sorgt derzeit wiederholt für positive Schlagzeilen: Während es der A-Jugend gelang, sich in der Relegation zur Bundesliga durchzusetzen und in der kommenden Saison im Oberhaus auf Tor-und Punktejagd zu gehen, sicherte sich die weibliche B-Jugend im Rahmen der  „HVN-Beach-Tour“ den Landespokal im Beachhandball. „Ich bin mega stolz auf mein Team“, freute sich TuS-Trainerin Tanja Theilig, „und ich glaube, dass, wenn sie als Team in dieser Konstellation weiter trainieren und spielen, sie eine große Zukunft im Beachhandball vor sich haben.“

In den Finalspielen der „HVN-Beach-Tour“ krönte sich das Team um sein Trainergespann Tanja Theilig, Per Theilig und Jens Ellrott auf eigener Anlage zum verdienten Sieger .“Es ging darum, uns bei beliebig vielen Turnieren möglichst viele Punkte zu sichern, um in diesen Pokal-Wettbewerb mit insgesamt vier Teams  zu gelangen“, erklärte Tanja Theilig das Prozedere. Außerdem sei der Hintergrund gewesen, führte die Trainerin weiter aus, „über die Teilnahme und den Erfolg beim Landespokal bei den aufgrund der Corona-Pandemie nun doch ausgefallenen Deutschen Meisterschaften zu starten“.

Bereits die erste Partie gegen den Hannoverschen SC entschieden die Kometinnen ungefährdet mit 2:0 für sich. Auch gegen die HSG Verden-Aller war der Sieg nie gefährdet und der TuS Komet Arsten gewann auch diese Begegnung mit 2:0 Sätzen. Das abschließende Spiel gegen die HSG Schwanewede wurde damit zu einem echten Endspiel, da beide Mannschaften mit jeweils zwei Siegen in diese Partie gingen. Im finalen Spiel drehte „Ohana“ Arsten (so der Spitzname) schließlich noch einmal voll auf und stellte seine Klasse unter Beweis: „Das Spiel haben wir ebenfalls sehr deutlich mit 2:0 Sätzen gewonnen“, berichtete die stolze Trainerin und fügte erklärend hinzu, „da es in der Jugend im Beachhandball leider noch nicht so viele Spitzenmannschaften gibt, spielen wir seit dieser Saison schon bei den Damen mit“.

Beim GBO-Turnier in Herrenhausen nahe Hannover konnte bereits ein vierter Platz eingefahren werden, „obwohl die Mannschaft ausschließlich aus den Jahrgängen 2005 und 2006 besteht“, wie Tanja Theilig verdeutlichte. Besonders freue sich Theilig über die Unterstützung von Anika Paeslack. „Sie gibt unserer Abwehr den entsprechenden Halt und ist zusammen mit Finja Tjardes und unserer Torfrau Merle Theilig maßgeblich für den Erfolg dort verantwortlich“, konstatierte die Trainerin. Besonders stolz zeigte sich das Trainerteam vor allem auf die vielen Zwei-Punkt-Treffer, die sowohl als „Spinshot-Tor“, aber auch als „Kempa-Trick“ erzielt wurden. „Unser Ziel ist es, mit dieser Mannschaft bei der Deutschen Beach-Meisterschaft der Senioren im kommenden Jahr zu starten“, warf Tanja Theilig einen Blick in die nahe Zukunft. „Meine Mädels haben in diesem Jahr erkannt, dass es viel mehr Spaß macht, gegen Mannschaften zu spielen, die dieses Spiel ebenfalls toll beherrschen“, betonte Theilig, „auch wenn es dann mal die eine oder andere Niederlage gibt“.

Auch die männliche D-Jugend des ATSV Habenhausen mit den Jahrgängen 2009 und 2010 sicherte sich den Landespokal im Beachhandball. Die Mannschaft um das Trainer-Duo Thomas Krüger und Tim Meier hatte im Vorfeld des Pokals zwei Turniere gespielt. Auf einem Qualifikationsturnier in Verden erreichten sie den zweiten Platz, nach Siegen gegen Verden I und II gewannen sie schließlich auch die abschließende Begegnung gegen den Stadtrivalen vom HC Bremen. Im Endspiel verloren die Habenhauser  dann allerdings knapp gegen den Hannover SC. „Gegen diesen Gegner hatten sie bereits auf einem weiteren Beachturnier in Damp knapp verloren“, berichtete ATSV-Coach Thomas Krüger.

Auf dem eigenen Turnier, das auf der erst vor kurzem erstellten Beachsportanlage an der Kästnerstraße (wir berichteten) ausgetragen wurde, blieben die Habenhauser Jungs dann ohne Niederlage und belegten vor eigenem Publikum den viel umjubelten ersten Platz. Durch diese fulminanten Platzierungen qualifizierten sich die jungen Nachwuchs-Handballer schließlich für das Endturnier, das in Hannover ausgetragen wurde.

Gastgeber war hier der „ewige Konkurrent“ vom Hannover SC. „Nach Siegen gegen deren zweite Vertretung und gegen die SG Weserbergland kam es zum erneuten Aufeinandertreffen der beiden Spitzenteams“, berichtete Thomas Krüger – und hatte nach Spielende großen Anlass zur Freude, dieses Mal blieben die Habenhauser Jungen der verdiente Sieger.

Aufgrund mehrerer urlaubsbedingter Absagen einiger Jungen mussten die ATSV-Trainer die Mannschaft mit mehreren jüngeren Spielern aus der zweiten Mannschaft auffüllen, „die sich stark einfügten und mit tollen Leistungen überzeugten“, wie Thomas Krüger lobend mitteilte. Die Habenhauser Jungs gewannen diesen erstmals ausgespielten Pokal gleich bei der Premiere, „und zeigten, dass der ATSV Habenhausen im Jugendbereich gut aufgestellt ist“, betonte Tjomas Krüger. Die Tatsache, dass die eigene männliche C-Jugend des ATSV Habenhausen ebenfalls im Finale gestanden habe, belege dies eindrucksvoll, betonte Krüger.

Ähnlich positiv blicken auch die Verantwortlichen des TuS Komet Arsten in die nahe Zukunft. Die Entwicklung der Jugendabteilungen  sei in den vergangenen Jahren trotz der Covid-19-Pandemie und den zahlreichen Einschränkungen überwiegend erfolgversprechend verlaufen und habe nun mit der erfolgreich absolvierten Qualifikation für die A-Jugend-Bundesliga ihren (vorläufigen) Höhepunkt erreicht, betonte der Abteilungsleiter Per Theilig.

Geschrieben von Christian Markwort, veröffentlicht im Weser Kurier am 05.08.2021

2021-08-05T09:51:51+02:005. August 2021|

Eine enorme Entwicklung

Die weibliche Handball-A-Jugend des TuS Komet Arsten schafft den Sprung in die Bundesliga

Bremen. Marina Albers, die A-Jugend-Trainerin des TuS Komet Arsten, ist stolz: „Das ist schon eine Sensation, dass wir jetzt in der Jugend-Bundesliga spielen.“ Vor 15 Jahren bestand der Arster Handballnachwuchs nur aus einer E- und einer B-Jugend-Mannschaft. In der kommenden Saison zählen dessen A-Mädchen erstmals zum Kreis der besten 32 Teams Deutschlands – eine enorme Entwicklung. Die Arster Spielerinnen zeigten nach der geschafften Überraschung die Siegerfaust und schrien ihr Glück hinaus in die Welt. Der Trainerstab mit Marina und Marc Albers, Torsten Uhlenberg und Ute Marz strahlte sowieso.

Perfekter hätte der Zeitpunkt auch nicht sein können. Ausgerechnet an dem Tag, an dem der Klub sein 125-jähriges Jubiläum feierte, ließ seine U 19 gleich noch mal die Sektkorken knallen. Sie hatte im ersten Aufstiegsspiel den BV Garrel mit 28:22 geschlagen, nun folgte der 28:20-Triumph über die HSG Osnabrück. Damit war ihre Ausgangslage in ihrer Vierergruppe schon mal sehr aussichtsreich. Als die Ergebnisse der Konkurrenz eine Woche später den Aufstieg zementierten, „war in unserer Whatsapp-­Gruppe einiges los“, sagt Marina Albers.

Die eigentliche Arbeit beginnt für den Bundesliga-Neuling aber jetzt erst. Er muss einen Etat von geschätzten 6000 bis 8000 Euro stemmen. Je nachdem, gegen welche Gegner es geht und ob übernachtet werden muss. Platzieren sich die Südbremerinnen in ihrer Bundesliga-Vierergruppe unter den ersten Drei, kommen sie sogar noch eine Runde weiter. „Das Geld muss die Mannschaft leider selbst auftreiben. Das gibt unser Budget nicht her“, betont der Arster Handballchef Per Theilig. Ergo putzt Marina Albers zurzeit mit ihrem Mann Marc reichlich Klinken. „Das ist fast schwieriger als aufzusteigen“, sagt Marina Albers. Sie freut sich über jede noch so kleine Spende. Das erste Drittel des Etats soll bereits eingeworben sein.

Es dürfte auch eine Investition in die Zukunft sein, denn das künftige Arster Bundesligateam weist einen perspektivisch interessanten Drittel-Mix auf: Sieben Spielerinnen gehören dem älteren Jahrgang 2003 an, sieben dem jüngeren. Hinzu kommen fünf Talente aus der B-Jugend.

Der Enthusiasmus und das Engagement, das die TuS-Handballer an den Tag legen, war ursächlich für deren kometenhaften Aufstieg, um beim Vereinsnamen zu bleiben. 2006 hatten Marc und Marina Albers, Sandra Gräfe, Florian Holst und Tanja Theilig den Neuaufbau vorangetrieben. Im Verein hatte es lediglich zwei Jugendteams gegeben. Im Laufe der Zeit wurde die Ballspielgruppe auf- und ausgebaut. Albers Tochter Mia war zu dem Zeitpunkt zwei Jahre alt, demnächst spielt sie als 17-Jährige in der Bundesliga.

Heute beziffert Per Theilig die Mitgliederzahl auf 300 Jugendliche. „In der kommenden Saison spielen unsere A- bis C-Jugend sowohl bei den Jungs als auch bei den Mädchen alle in der Oberliga“, sagt Theilig. Die zweiten Mannschaften der weiblichen A- und B-Jugend gehen in der Landesliga an den Start. Das dritte und letzte Arster Aufstiegsmatch birgt noch einmal Brisanz – vor allem für den Gegner: Es geht zum Stadtrivalen SV Werder Bremen, der es bislang auf 2:2 Punkte gebracht hat. Die Grün-Weißen müssen gegen Arsten mindestens einen Punkt holen, um ebenfalls wieder der höchsten deutschen Spielklasse anzugehören.

Geschrieben von Olaf Kowalzik, veröffentlicht im Weser Kurier am 24.07.2021

2021-07-25T18:42:10+02:0025. Juli 2021|

Trubel zum Jubiläum

Der TuS Komet Arsten feiert seinen 125. Geburtstag mit vielen Mitmach-Angeboten und prominenten Gästen

Bremen. Auf der Sportanlage an der Egon-Kähler-Straße wimmelte es nur so vor Menschen. Mehrere Hundert große und kleine Sportfreunde hatten sich eingefunden, um den 125. Geburtstag des TuS Komet Arsten gebührend zu feiern. Während viele prominente Gäste aus Sport und Politik dem Vorsitzenden des TuS-Vorstands, Andreas Vroom, ihre Aufwartung machten, tobten Kinder auf der Spielfläche vor dem gastronomischen Bereich und ältere Besucherinnen und Besucher versuchten sich an verschiedenen Sportangeboten, die von sämtlichen Abteilungen des Vereins im Rahmen eines Schnuppertages zum Mitmachen angeboten wurden. „Heute ist ein großer Tag für den Verein“, freute sich Vroom über den regen Andrang, „wir alle dürfen stolz auf unsere Geschichte sein.“

Für Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, genieße der TuS Komet Arsten den Status einer „sozialen Tankstelle“ und sei „eine wichtige Institution im Stadtteil“, betonte die Politikerin. Gleichzeitig überbrachte sie eine Glückwunsch-Botschaft des aus terminlichen Gründen verhinderten Bürgermeisters Andreas Bovenschulte und überreichte im Namen des Senats einen Scheck in Höhe von 2000 Euro. Andreas Vroom stellte die Mitglieder in den Mittelpunkt seiner Dankesrede: „Ihr seid das Herzstück dieses Vereins“, sagte der Klubchef und Präsident des Landessportbundes Bremen (LSB) in Richtung der rund 2000 Komet-Mitglieder. „Ihr alle lebt diesen Verein nach dem Motto: Einer für alle, alle für einen.“

Für den Vizepräsidenten des LSB, Thomas Trenz, steht der TuS Komet Arsten „vor allen Dingen für gelebte Integration“. Das vielfältige Sportangebot biete Menschen vom Säugling bis zum Rentner eine ganze Menge, so Trenz, „und über genügend Mundpropaganda wird es dem Verein ganz sicher auch gelingen, nach Corona wieder neue Mitglieder zu gewinnen“.

Während die prominenten Gäste bei köstlichem Fingerfood und in fröhlicher Sektlaune feierten, schlug das sportliche Herz im angrenzenden Leichtathletikstadion. Dort traten etwa 40 Leichtathletinnen und Leichtathleten mit und ohne Behinderung zu einem sogenannten Unified-Trainingswettkampf an. „Wir haben heute fünf Stationen aufgebaut, „erläuterte Projektleiterin Stine Holin von der Sportbewegung Special Olympics Bremen (SOHB), „dabei geht es über Laufen, Werfen und Springen in erster Linie darum, die Menschen nach der langen Corona-Pause überhaupt wieder in Bewegung zu bringen.“

Und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben Stine Holin und ihrem Team genau das zurück, „was einfach unbezahlbar ist“, freute sich die Projektleiterin: Glänzende Augen und fröhliches Lachen waren der Lohn der Sportlerinnen und Sportler. Das bestätigte auch Ingelore Rosenkötter in ihrer Einschätzung zum Stellenwert des TuS Komet Arsten: „Dieser Verein spricht sämtliche Schichten der Gesellschaft an“, verdeutlichte die Präsidentin des Bremer Turnverbands (BTV), „und er ist ein sozialer Anlaufpunkt in diesem Stadtteil, weil dort nicht nur von Gleichberechtigung und Teilhabe gesprochen, sondern auch dementsprechend gehandelt wird.“ Gemeinsam mit Björn Fecker, Präsident des Bremer Fußballverbands (BFV), und Obervielands Ortsamtsleiter Michael Radolla wünschte auch Ingelore Rosenkötter den TuS-Verantwortlichen um Andreas Vroom „viel sportlichen Erfolg, aber besonders, dass sie sich weiterhin so für die Gesellschaft einsetzen, wie sie es in den vergangenen 125 Jahren getan haben“.

Geschrieben von Christian Markwort, veröffentlicht im Weser Kurier am 12.07.2021

2021-07-13T12:58:53+02:0013. Juli 2021|

TuS Komet Arsten träumt von der Jugend-Bundesliga

Weibliche Handball-A-Jugend tritt ab 4. Juli zur Qualifikationsrunde an und trifft dabei auch auf den SV Werder

Bremen. „Es es eine großartige Möglichkeit zu zeigen, dass auch im Bremer Süden Handball auf hohen Niveau gespielt werden kann“, freut sich Marina Albers. Die Trainerin der weiblichen A-Jugend des TuS Komet Arsten tritt mit ihrer Mannschaft in der Qualifi­kation zur Handball-Bundesliga an – und muss sich ab Sonntag, 4. Juli in einer Vierergruppe in einer einfachen Runde den Teams des BV Garrel, der HSG Osnabrück (10. Juli) sowie des Lokalrivalen SV Werder (13. Juli) stellen.

„Das sind vielversprechende Namen“, sagt die erfahrene Handballerin, „denn alle Teams verfügen über viel Erfahrung in der Jugend-­Bundesliga.“

Dennoch sei ihr nicht bange, versichert Marina Albers, sie wisse um das hohe Potenzial ihrer Mannschaft. Unterstützt wird sie bei dem Vorhaben von Torsten Uhlenberg und Marc Albers. Uhlenberg hat die B-Lizenz – die Voraussetzung für die Bundesliga. „Torsten und ich sind als Trainergespann bereits im Damenbereich tätig gewesen“, sagt Marc Albers, „wir ticken in den meisten Dingen gleich, und keiner von uns ist ein Typ, der sich in den Vordergrund spielen will.“ Torwarttrainerin Ute Marz wird das TuS- Trainerteam komplettieren.

Das Training und die Vorbereitung leiten Marina und Marc Albers gemeinsam, bei den Spielen werde er verantwortlich sein, sich aber ich nicht vor Ideen verschließen. Vom regelmäßigen Austausch profitierten alle Beteiligten, sagt Albers, „wir wollen schließlich das gleiche Ziel erreichen“. Mit 18 Spielerinnen startet der TuS Komet Arsten in die Qualifikation, fünf Spielerinnen gehören noch zur B-Jugend (Jahrgang 2005). Die älteren Spielerinnen (Jahrgänge 2003/04) sollen in der kommenden Spielzeit auch im Damenbereich eingesetzt werden. „So verfügen wir über eine gute Breite und Qualität“, sagt Marc Albers.

Wichtig sei, mit viel Selbstvertrauen und ohne Angst vor großen Namen ins Rennen zu gehen. „Bei Werder ist mit Nina Engel eine Unterschiedsspielerin im Kader, wie man sie fast ausschließlich in Internaten findet“, betont Albers. „Sollten wir tatsächlich die Qualifikation schaffen, brauchen wir aber noch weitere größere Sponsoren, denn 6000 bis 8000 Euro könnte die erste Runde insgesamt kosten.

Geschrieben von Christian Markwort, veröffentlicht im Weser Kurier am 17.06.2021

2021-06-17T18:17:33+02:0017. Juni 2021|

Jubiläum des TuS Komet Arsten – 125 nicht immer einfache Jahre

Anlässlich seines Jubiläums blickt der TuS Komet Arsten stolz zurück und besorgt nach vorne

Bremen. Der TuS Komet Arsten hat Geburtstag. Er wird 125 – ein Jubiläum, das gefeiert werden will. Und eigentlich auch soll. Doch Corona hat zur Absage des für diesen Sonnabend geplanten Festakts geführt. Die Planungen waren weit gediehen, Bürgermeister Andreas Bovenschulte hatte seinen Besuch zugesagt. „Wir haben lange auf das Prinzip Hoffnung gesetzt“, sagt der Vereinsvorsitzende Andreas Vroom, „wir haben leidenschaftlich diskutiert – und die Feier dann doch schweren Herzens abgesagt.“

Das Festkomitee hatte akribisch gearbeitet, die Festschrift auf Hochglanzpapier ist gerade erschienen, doch nun heißt es abwarten und weiter hoffen. „Der Festakt ist noch nicht abgeschrieben“, sagt Vroom. Er lobt seine engagierten Helfer im Verein, doch Jubiläumsstimmung sei zuletzt nicht zu spüren gewesen. „Sie war getrübt von Entbehrungen“, sagt der 53-Jährige. Sporttreiben und gesellschaftliches Leben waren stark eingeschränkt, Besprechungen in größerem Kreis und von Angesicht zu Angesicht unmöglich. Zoom-Konferenzen im Internet waren das Mittel der Kommunikation.

Und doch blickt der Verein stolz auf seine nunmehr 125-jährige Geschichte zurück. Der TuS Arsten wäre erst 121 geworden, aber der VfB Komet – der Verein, mit dem der TuS Arsten 2006 zusammenschmolz – war bereits 1896, also vier Jahre früher als der Ortsnachbar, gegründet worden. Heute können sich die Mitglieder des breit aufgestellten Vereins Angebote aus 18 Sportarten heraussuchen, dazu kommt eine Vielzahl an Gesundheitskursen. Aber so richtig gesund sei der Verein derzeit nicht, wie Andreas Vroom sagt. Corona habe zu einem Mitgliederrückgang von etwa 15 Prozent auf jetzt weniger als 2000 geführt. Das führt zu Mindereinnahmen bei weiterhin gleichbleibenden Kosten vor allem für die Sportanlagen und die Mitarbeiter des Klubs – eine unglückliche Konstellation.

Ein Blick in die Annalen des TuS Komet Arsten verdeutlicht, dass der Verein neben dem Breitensport auch etliche nationale Topathleten hervorgebracht hat. So rühmte sich der VfB Komet damit, dass er mit Heinz Warnken 1935 den ersten deutschen Fußballnationalspieler aus Bremen stellte. 1936 nahmen zwei namentlich nicht mehr bekannte Turner des TuS Arsten und mit Dora Ratjen eine Hochspringerin des VfB Komet an den Olympischen Spielen in Berlin teil. Nach dem Zusammenschluss beider Vereine stellte der TuS Komet Arsten mit der Hürdensprinterin Carolin Nytra und mit der 400-Meter-Läuferin Jonna Tilgner in der Leichtathletik zwei deutsche Olympia-Starterinnen in Peking. Als der Weitspringer Sebastian Bayer am 8. März 2009 mit 8,71 Metern den bis heute gültigen Halleneuroparekord aufstellte, mit dem er zugleich kontinentaler Meister wurde, war er ebenfalls Mitglied des TuS Komet Arsten.

Andreas Vroom sieht derartige sportliche Topleistungen als Vereinsvorsitzender mit gemischten Gefühlen. Auch wenn sie als Glanzlichter in der Vereinschronik auftauchen, weiß Vroom, dass sie für die Gegenwart keinen Mehrwert haben. „Alte Erfolge interessieren heute nicht mehr“, sagt er und betont mit Blick auf die schwierige finanzielle Lage des Klubs: „Wir können uns keine Spitzensportler leisten.“

Dass Spitzensport auch auf nationaler Ebene in Arsten immer noch möglich ist, beweisen einige jugendliche Beachhandballerinnen und Leichtathleten des Vereins. Andreas Vroom freut sich darüber, unterstreicht aber: „Solche Erfolge sind nur möglich aufgrund des hohen ehrenamtlichen Engagements von Eltern, Übungsleitern und der Aktiven selbst.“ Soll heißen: Kein noch so guter Sportler kann in Arsten Geld verdienen, sondern er oder sie muss sogar noch Geld mitbringen, um die Kosten des Leistungssports zu decken. Grundsätzlich lobt Andreas Vroom in diesem Zusammenhang seine Übungsleiter. „Sie sind das Herzstück eines Vereins. Wenn sie nur auf- und abschließen, wächst in einer Gruppe kein Zusammenhalt.“ In diesem Punkt seien aber auch die Mitglieder gefordert. „Wir versuchen, die Vereinsgemeinschaft aufrechtzuerhalten, aber zum Gelingen muss letztlich jeder Einzelne seinen Teil beitragen.“

Dass auch nach mehr als 100 Jahren des Vereinsbestehens der Wunsch nach Geselligkeit besteht, macht Vroom nicht nur mit Blick auf die schwierige Corona-Wirklichkeit deutlich. Das Miteinander auch außerhalb des Sportgeschehens und das Zusammensitzen nach dem Training fehlten gegenwärtig vielen Mitgliedern, sagt der Vorsitzende. Dass Tradition in seinem Verein kein leeres Wort ist, weiß er aber auch. Deshalb pflege der TuS Komet Arsten seine großen Vereinsveranstaltungen wie den Arster Karneval oder das Laternenfest sehr. „Auch diese Feiern erleben Aufs und Abs“, sagt Vroom, „aber sie haben eine große Sogwirkung in den Stadtteil hinein.“

So lässt sich Andreas Vroom an der Spitze des TuS Komet Arsten nicht entmutigen, 125 bewegten Jahren weitere schöne folgen zu lassen. Die Corona-Zeichen stehen nicht schlecht, dass das Vereinsleben bald wieder hochgefahren und das Jubiläum vielleicht doch noch gebührend gefeiert werden ­können.

Geschrieben von Jörg Niemeyer, veröffentlicht im Weser Kurier am 28.05.2021.

2021-05-30T11:07:54+02:0030. Mai 2021|

Ein sportlicher Lichtblick an trüben Tagen

An der „Hanniball-Challenge“ des Deutschen Handball-Bundes nehmen auch Teams von SG Findorff, TuS Komet Arsten und SV Werder teil

Bremen. Die Resonanz war überwältigend: Rund 1700 beteiligte Mannschaften und mehr als 11.500 Kinder hatten an der ersten Auflage der „Hanniball-Challenge“ teilgenommen, mit der der Deutsche Handball-Bund (DHB) das Band zwischen Jugendspielerinnen und -spielern und deren jeweiligen Vereinen festigen wollte. Unter den zahlreichen Teams aus dem gesamten Bundesgebiet und den vielen Schulen mit ihren dritten bis sechsten Klassen nahmen auch die E- und D-Jugendmannschaften des TuS Komet Arsten, von Werder Bremen und der SG Findorff an dem Online-Event teil. Aufgrund der unerwartet positiven Rückmeldungen seitens der Vereine und Schulen hatten die DHB-Verantwortlichen beschlossen, den Wettkampf auch für erste und zweite Klassen sowie für Kindertagesstätten zu ermöglichen.

Vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie und dem dadurch ausgelösten Stopp im Trainings-und Spielbetrieb hatte sich der DHB die „Hanniball-Challenge“ ausgedacht, um die Kinder weiter zur Bewegung zu motivieren und ihre persönliche Entwicklung voranzutreiben. Die erste Auflage wurde im Februar und März ausgetragen und war ein starkes Mittel gegen den handballerischen Stillstand im Lockdown-Modus. Die Mädchen und Jungen nahmen mit großer Begeisterung teil, die Abwechslung vom tristen Alltag fand enormen Anklang.

Bei der Neuauflage des digitalen Wettbewerbs mussten die Kinder nun an insgesamt vier Spieltagen jeweils drei Übungen absolvieren, die ihnen unter anderem von den Frauen der deutschen Nationalmannschaft via Video vorgemacht wurden. Alle älteren  Mannschaften traten in Duellen gegeneinander an. Bei den jüngeren Kindern ging es dagegen nicht um den Wettkampf, sondern vor allem um einen spielerischen Anreiz, um Spaß am Handball zu finden. In insgesamt 36 Übungen konnten die Kleinen ihre Geschicklichkeit, Ausdauer und Kreativität unter Beweis stellen.

Die älteren Mädchen und Jungen gingen am ersten Spieltag der zweiten Auflage auf „Weltreise“, waren „schnell wie der Blitz“ oder mussten sich unter dem Titel „Nord-Ost-Süd-West“ nach den vier Himmelsrichtungen orientieren. Dabei hatten die E-Jugendlichen etwas mehr Zeit und leichtere Aufgaben zu absolvieren als die älteren Spieler. Bei der Weltreise ging es um Koordination, Aufmerksamkeit und Tempo, bei der folgenden Übung standen die Jugendlichen mit dem Rücken zur Wand, warfen den Ball dagegen und mussten ihn – schnell wie der Blitz eben – beim Umdrehen fangen. Anschließend standen Kraft, Geschicklichkeit und Kondition im Fokus.

Die Challenge erstreckte sich über vier Wochen. Obwohl die  Nachwuchshandballer zahlreiche Übungen zu zweit machten, fehlte etwas. „Videokonferenzen und E-Learning waren die Jungs ja schon gewohnt – warum nicht auch sportlich mit anderen Teams via Internet messen“, sagte Arstens Nachwuchstrainer Marco Koschade. „Die Freude, mal wieder einen sportlichen Wettkampf zu bestreiten, war enorm.“ Schließlich stehe gerade beim Nachwuchs die Gemeinschaft im Mittelpunkt, zeigte sich auch seine Vereinskameradin Tanja Theilig betrübt ob der derzeitigen Situation. Die Kadertrainerin der Sportbetonten Schule an der Ronzelenstraße sagte aber auch, „dass wir im Moment so stark daran arbeiten, einen Trainingsplan unter den geforderten Hygienevorgaben zu erstellen, dass wir kaum Zeit für die Challenge hatten“.

Dennoch hätten die kleinen „Kometen“ an allen vier Spieltagen teilgenommen und sich erfolgreich präsentiert. „Wichtiger und schöner als diese Siege zu erzielen, war für das Trainerteam aber der offensichtliche Einsatz, die Konzentration und der Eifer der Jungen und Mädchen“, freute sich auch Komet-Trainerin Marina Albers. Ob als „Ohana Küken“, „Ohana Arsten, Arster Geckos“ oder unter dem Namen „Arster Kometen“ hatten die Jungen und Mädchen aus den entsprechenden Altersklassen ordentlich Spaß.

Die „Findorffer Füchse“ hatten am ersten Spieltag der zweiten Auflage mit 1:4 das Nachsehen gegen die E-Jugendlichen der SG Tübingen. Dafür revanchierte sich das „Wolfsrudel“ der SG Findorff anschließend mit 4:1 gegen die „E-Gröbis“ von der HCD Gröbenzell aus dem oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck. Für die Arster E-„Kometen“ endete die Begegnung mit dem BSV Grün-Weiß Finsterwalde aus Brandenburg mit 1:4. Die „Ohana Küken“ behaupteten sich allerdings mit einem 4:0-Erfolg gegen die männliche E-Jugend der JSG Wallstädt aus Rheinland-Pfalz. Die „Werder Girls“ der weiblichen D-Jugend mussten sich ihren Gegnerinnen vom TV Cloppenburg mit 0:4 geschlagen geben, auch hier kam es lediglich zu einem kurzen Auftritt. „Die Challenge hat uns noch ein paar neue Ideen verschafft“, resümierte Findorffs Trainerin Annika Bartels, „wir tun ja seit Ausbruch der Pandemie alles, um viel Abwechslung in den Alltag der Kinder und Jugendlichen zu bringen.“

Geschrieben von Christian Markwort, veröffentlicht im Weser Kurier am 20.05.2021

2021-05-20T20:08:46+02:0020. Mai 2021|

Was ein Turnier auf Norderney ausgelöst hat

Familiensache: Handball beim TuS Komet Arsten ist bei den Theiligs in guten Händen

Seit mehr als vier Jahrzehnten zieht sich der Handballsport wie ein roter Faden durch das Leben von Per Theilig. „Ich bin ein echtes Hallenkind“, bekennt der 49-jährige Ingenieur und Leiter der Handball-Abteilung des TuS Komet Arsten. „Schon meine Eltern waren täglich in der Sporthalle, mein Vater Peter als Trainer und meine Mutter Sigrid als bekannt lautstarke Unterstützerin bei den Spielen“, sagt Theilig. Seine Ehefrau Tanja hat Theilig über „seinen“ Sport kennen und lieben gelernt. 1996 begegneten sie sich bei einem Beachhandball-Turnier auf Norderney, am 11. Mai 2002 schlossen sie den Bund fürs Leben.

1978 begann Per Theilig bei der BTS Neustadt mit dem Handball, sein Vater trainierte ihn und weckte bei ihm die Leidenschaft. „Ich habe mich in verschiedenen Einzelsportarten ausprobiert“, sagt der 49-Jährige, „aber im Mannschaftssport fühle ich mich wohler. Als Team gemeinsam zu gewinnen, ist für mich das Größte.“

Ein Herz fürs Ehrenamt

Später wechselte Per Theilig zum ATSV Habenhausen, über die A-Jugend schaffte es der Linkshänder im Herrenbereich bis in die 3. Liga. „Im Mannschaftssport hat man viele soziale Kontakte, und über das ehrenamtliche Engagement lernt man, den Blick über den Tellerrand hinaus zu werfen“, erläutert der leidenschaftliche Handballer – und fügt hinzu, „dass ich den Großteil meines Freundeskreises über den Handball kennen gelernt habe“. Das sportliche Miteinander sei ihm und Ehefrau Tanja wichtig, beide haben ihren Kindern Lasse (17) und Merle (15) von klein auf die entsprechenden Werte wie Disziplin, Ehrgeiz und Fairness vermittelt. „Man gewinnt und verliert gemeinsam“, haben die Theiligs ihren Sprösslingen mit auf deren Weg gegeben – und ihnen außerdem das ehrenamtliche Engagement vorgelebt.

Auch Tanja Theilig wurde mit etwa acht Jahren vom Reiz des Handballsports erfasst. Bei der TSV Farge-Rekum sammelte die heute 51-Jährige erste Erfahrungen, später wechselte sie zum TuS Walle – Anfang der 1990er-Jahre die Hochburg im deutschen Frauen-­Handball. „Ich wurde von Volker Brüggemann und Hans-Herbert Ludolf gefragt, ob ich nicht dort spielen wolle“, blickt Tanja Theilig gerne auf die Zeit zwischen 1988 und 1991 zurück. „Es war eine absolut tolle Zeit, die ich auf keinen Fall missen möchte“, versichert sie. Gemeinsam mit den damaligen Bremer Handball-Ikonen Marina Basanova, Silke Fittinger und Dagmar Stellberg stieg sie 1990 in die erste Bundesliga auf, holte unter ihrem Mädchennamen Möller den Titel und wurde nach dem Mauerfall im Anschluss an zwei packende Begegnungen mit dem damaligen DDR-Rekordmeister aus Leipzig erste gesamtdeutsche Meisterin.

Nach zahlreichen Verletzungen beendete Tanja Theilig ihre aktive Karriere beim damaligen Zweitligisten TS Woltmershausen und trainiert seit 2004 die Mädchen und Jungen beim TuS Komet Arsten. „Ich habe Raubbau an meinem Körper betrieben“, zeigt sie sich selbstkritisch. Sie sei mehrfach zu früh aus einer Verletzungspause auf „die Platte“ zurückgekehrt. „Ich war einfach immer schon sehr ehrgeizig“, sagt sie.

Ihre Erfahrungen gibt sie nun im Gespann mit Ehemann Per an den Nachwuchs des Vereins weiter. Allerdings fand sie damals beim TuS Arsten, noch vor dessen Fusion mit dem VfB Komet, keine Grundlage für die Jugendarbeit vor. Gemeinsam mit Sandra Gräfe und Marina Albers legte Tanja Theilig bei den Südbremerinnen den Grundstein für eine Nachwuchsabteilung. Heute trainiert die gelernte Groß-und Außenhandelskauffrau zahlreiche Jugendmannschaften und ist zudem Kadertrainerin an der Sportbetonten Schule an der Ronzelenstraße. „Meine Frau ist einfach positiv bekloppt und steht am Tag bis zu sieben Stunden in der Halle“, sagt Per Theilig und nimmt das Engagement seiner Frau schmunzelnd hin.

Ihr Vater sei das ausgleichende Gegengewicht, sagt die 15-jährige Merle. Auch sie sei „ziemlich ehrgeizig“, erklärt die Schülerin der Oberschule in Habenhausen, die sich nach einer schweren Verletzung allerdings geduldiger zeigte. „Nach einem Kreuzbandriss hat sie mit ganz viel Fleiß und großem Willen an ihrem Comeback gearbeitet“, lobt Mama Tanja und hebt die „großartige Unterstützung“ von Physiotherapeut Marco Koschade hervor, der dem TuS Komet Arsten seit vielen Jahren zur Seite steht.

Mittlerweile hat es die Schülerin in die Jugendnationalmannschaft im Beachhandball geschafft – und das, obwohl ihr eine entscheidende Grundlage für den Handball fehlte. „Ich kann nicht so gut werfen“, räumt Merle ein, „also habe ich eben im Tor gespielt.“ Dafür trainiert sie gerne auch mit ihren männlichen Kollegen. Unter Leitung von Torwarttrainer Timo Hermann – er trainiert die männliche Bundesliga-A-Jugend des HC Bremen – legt Merle Theilig zu ihrem regulären Training an zwei Sonnabenden im Monat noch Sonderschichten ein.

Auch der 17-jährige Lasse Theilig war dem Handball zunächst zugetan. Bei den TuS-“Minis“ hatte er begonnen, zeitgleich spielte der angehende Abiturient der Oberschule am Leibnizplatz Fußball. „Letztes Jahr habe ich mit Handball allerdings aufgehört und spiele jetzt mit meinen besten Freunden Tischtennis“, sagt der junge Mann. Auch dabei unterstützt ihn seine Familie. „Schließlich sollen die Kinder das machen, was ihnen am besten gefällt“, sagt Per Theilig. Er ist einverstanden mit der Entscheidung seines Sohnes, der aber trotzdem beim TuS Komet Arsten bleibt. „Weil der Verein einfach wie meine zweite Familie ist“, wie Lasse betont.

„Man sollte alle Menschen gleichermaßen akzeptieren und respektieren“

Herr Theilig, Ihre Familie engagiert sich seit vielen Jahren für und beim TuS Komet Arsten – woher rührt diese Verbundenheit?

Lasse Theilig: Meine Eltern kümmern sich seit vielen Jahren bereits um die Handballabteilung, ich spiele dort nur Tischtennis. Aber trotzdem fühle ich mich dem Verein sehr verbunden. Ich habe 2011 als kleiner Junge unter Trainerin Sandra Gräfe bei den Maxis mit dem Handball begonnen, gleichzeitig aber auch Fußball beim Habenhauser FV gespielt. Dorthin bin ich vor allen Dingen wegen meiner Freunde gegangen.

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit den „Kometen“?

Ich erinnere mich besonders an einen Erfolg, an dem ich entscheidenden Anteil hatte: Wir erreichten mit der männlichen D-Jugend den dritten Platz bei der Niedersachsenmeisterschaft in Hannover. Das war ein Handballspiel in eigener Halle, ich weiß nicht mehr gegen wen, da haben wir mit mehr als 20 Toren gewonnen und ich habe gefühlt 20 lange Pässe gespielt. Unser Torwart hielt den Ball, passte zu mir, meine Mitspieler sind nach vorne gelaufen, ich habe den Pass gespielt und meine Kameraden haben die Tore geworfen – und das immer und immer wieder. Das war ein tolles Erlebnis, wir waren ein tolles Team.

Welche Hobbys haben Sie außer Tischtennis?

Am liebsten spiel ich mit meinen Freunden draußen Fußball, aber ich zocke auch gerne mit ihnen an der Play-Station – meistens auch Fußball. Und nachdem mein Kaninchen vor kurzem gestorben ist, wünsche ich mir einen Hund, mit dem ich draußen herumtoben kann.

Welche Werte haben Sie über den Sport und Ihre Eltern vermittelt bekommen?

Dass man nicht mit jedem Menschen unbedingt befreundet sein muss, aber alle Menschen gleichermaßen akzeptieren und respektieren sollte. Außerdem sind Eigeninitiative und Selbstdisziplin sehr wichtig, damit man seine Ziele erreichen kann.

Das Gespräch führte Christian Markwort.

Veröffentlicht im Weser Kurier am 11.02.2021, geschrieben von Christian Markwort.

2021-02-11T18:55:58+01:0011. Februar 2021|

Neue Kleider für die „Königinnen“

Der TuS Komet Arsten spendet Fußballtrikots für die Frauenmannschaft „Moje Queens Football Club“ in Nigeria

Bremen. Sie nennen sich „Moje Queens“ und wollen eigentlich nur spielen – am liebsten Fußball. Der 2008 gegründete Verein ist im westafrikanischen Nigeria beheimatet und hat sich in erster Linie der HIV-Prävention (Aids) und der Vermeidung ungewollter Schwangerschaften verschrieben. Einer der Gründungsväter des Frauen-Fußballvereins ist in Bremen beheimatet. Von hier aus setzt sich „Chief“ Tala Awolola – seit knapp drei Jahrzehnten in Bremen zu Hause – als Vorsitzender des Pan-Afrikanischen Kulturvereins mit großem Engagement nicht nur für die Menschen in seinem Heimatland Nigeria ein, sondern kümmert sich zusammen mit seinen Vereinsmitgliedern auch um zahlreiche Afrikanerinnen und Afrikaner in der Hansestadt.

Bei seinem jüngsten Hilfsprojekt für Nigeria erhielt Awolola zum wiederholten Mal tatkräftige Unterstützung vom TuS Komet Arsten. Aufgrund der langjährigen freundschaftlichen Verbindung zum früheren Leiter der Fußballabteilung der Südbremer, Reinhard Brinkmann, konnte der „Chief“ (ein Stammeshäuptling in Nigeria ernannte ihn einst zum Berater/Chief) erneut einen Satz Fußballtrikots in sein Heimatland schicken. „Nachdem sich der VfB Komet und der TuS Arsten 2006 zum TuS Komet Arsten zusammengeschlossen hatten“, erläutert TuS-Pressevorstand Ralf Lüdeker, „änderte sich auch der Name, was zur Folge hatte, dass sich die Trikot-Beflockung bei neuer Kleidung ebenfalls ändern musste.“

Kreuz und quer durch Nigeria

Den „Moje Queens“, derzeit mit 14 Spielerinnen und einem Durchschnittsalter von etwa 15 Jahren in ihrem Heimatland auf Torejagd, kommt dieser Umstand natürlich mehr als gelegen. Die Mädchen trainieren bis zu fünf Mal in der Woche und legen auf dem Weg zu ihren Spielen weite Wege quer durch Nigeria zurück. „Der Fußball ist ihre große Leidenschaft“, sagt Awolola. Er hatte den Verein auch deshalb ins Leben gerufen, um die vielen verschiedenen Ethnien und die unterschiedlichen Religionen über den Sport im günstigsten Fall zu vereinen.

Nigeria ist ein Land mit kultureller Vielfalt und mit knapp 200 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land des Kontinents. Viele Jahre war es von Bürgerkriegen und Putschversuchen geprägt, noch heute kämpfen Christen, Muslime und andere Religionen mit Gewalt um die Vorherrschaft. Für Awolola war es 1988 der Grund, seine Heimat zu verlassen und als politischer Flüchtling nach Bremen zu kommen. Hier gründete er den Pan-Afrikanischen Kulturverein und setzt sich seither für in Bremen lebende Afrikanerinnen und Afrikaner ein. Awolola hat seine Wurzeln aber nie vergessen. „Ich freue mich sehr über die Unterstützung des TuS Komet Arsten“, versichert er. Mit den Trikots würde seinen „Königinnen“ sehr geholfen. „Sie laufen mit Stolz auf und bekommen großes Selbstbewusstsein, was für ihre Zukunft wichtig ist“, sagt Awolola.

Die Trikotsätze der „Kometen“ sind meistens mehrere Jahre von verschiedenen Teams aller Altersklassen genutzt worden, bis sie nicht mehr vollständig oder teilweise unbrauchbar waren. „Weil die Trikots aber noch prima waren, wäre eine Entsorgung im Altkleidercontainer nicht sinnvoll gewesen“, sagt Reinhard Brinkmann. Nach und nach erhielten die Mannschaften des nun unter dem Namen TuS Komet Arsten firmierenden Vereins neue Trikotsätze, nicht mehr vollständige Sätze wurden aussortiert und in der Kleiderkammer verwahrt.

Per Schiffscontainer nach Afrika

Schon seit mehreren Jahren spenden die „Kometen“ regelmäßig Trikots, Trainingsanzüge und andere Sportkleidung für Nigeria, auch nicht mehr spielfähige Bälle werden zunächst an der Egon-Kähler-Straße gesammelt und später von Tala Awolola – Angestellter eines Bremer Logistikunternehmens – abgeholt. „Er organisiert dann auch den Transport als sogenannten Beipack in Leerräumen von Schiffscontainern nach Nigeria“, zeichnet Ralf Lüdeker den Weg von Bremen in den Süden Nigerias nach. Weitere Transportkosten entstünden somit nicht. Da die Mannschaften in den Schulen Nigerias aus finanziellen Gründen nicht mit Trikotsätzen ausgestattet werden könnten, erhalten auf diesem Weg vor allem Kinder in Mädchenschulen, aber auch in Sportvereinen für Mädchen und Frauen wie zum Beispiel dem Moje Queens Football Club doch noch nutzbare Trikots, sagt Lüdeker.

Die Trikots würden ebenso wie die Bälle vor Ort aufbereitet. Nicht nur der TuS Komet Arsten, sondern auch viele Sponsoren seien mit ihrer Trikotwerbung auf diese Weise in Nigeria präsent, betont Initiator Reinhard Brinkmann. Bereits im Laufe des vergangenen Jahres lieferten die „Kometen“ als großer Sportverein aus dem Bremer Süden eine Menge Material aus anderen Abteilungen des Vereins nach Afrika. „Somit sorgen nicht nur Fußballtrikots und -bälle, sondern auch Handballtrikots und -bälle für große Begeisterung bei den jungen Sportlerinnen und Sportlern“, sagen Reinhard Brinkmann und Ralf Lüdeker – und freuen sich gemeinsam sehr darüber.

Veröffentlicht im Weser Kurier am 01.02.21, geschrieben von Christian Markwort

2021-02-01T14:13:49+01:001. Februar 2021|

„Trotzköpfe“ zeigen sich kämpferisch

Die B-Jugend des TuS Komet Arsten will in die Handball-Oberliga und hofft auf einen Saisonstart im Frühjahr

Bremen.Sie machen ihrem Spitznamen alle Ehre: Die weibliche B-Jugend des TuS Komet Arsten wird „Trotzköpfe“ genannt und strebt auch in der Covid-19-Krise mit großer Vehemenz hohe Ziele an. Sie will dem grassierenden Virus standhalten – und dann will die Mannschaft von TuS-Trainerin Tanja Theilig auch die Vorrunde zur Handball-Oberliga erfolgreich bestreiten und sich im kommenden Jahr auf höchster Ebene als geschlossene Einheit präsentieren.

Souverän stand die Mannschaft am Ende der Qualifikation mit 6:0 Punkten und einem Torverhältnis von plus 42 Toren an der Tabellenspitze der Qualifikationsrunde und zog in die Vorrunde zur Oberliga ein. „Aber eigentlich war uns allen klar, dass es nur eine Frage der Zeit sein dürfte, bis uns Corona wieder einholen würde“, unkte die Trainerin bereits unmittelbar nach der Qualifikation – und sollte Recht behalten.

Nachdem die Infektionszahlen nach den Sommerferien noch stetig gesunken waren, stiegen sie im Herbst wieder drastisch an und Bremen wurde zum Risikogebiet erklärt. Viele weitere Bundesländer folgten und zwangsläufig wurde der Spielbetrieb im Amateursport wieder ausgesetzt. Neue Corona-Verordnungen wurden erlassen, Arstens Handball-Abteilung passte sich den ständig wechselnden Situationen immer wieder an und alle „Kometen“ hofften inständig, dass die Sportanlage an der Egon-Kähler-Straße weiter geöffnet bleiben könnte. „Alles ist besser, als wieder alleine laufen zu müssen, Krafttraining in den eigenen vier Wänden zu absolvieren und zusätzlich auch noch keinen sozialen Austausch haben zu dürfen“, betont Tanja Theilig.

Schließlich dürften sich Alle freuen, die Halle und der Kraftraum dürfen seit Anfang November von jeweils zwei Personen sowie einem Trainer genutzt werden. „Nach einer schnellen Abfrage bei den Eltern arbeiten wir jetzt schon seit sechs Wochen in Zweiergruppen“, erläutert die Trainerin, „wöchentlich wird ein neuer Plan erstellt, der es allen Spielerinnen ermöglicht, einmal pro Woche in der Halle und einmal im Kraftraum oder Stadion trainieren zu können.“ Am Wochenende müssten die Spielerinnen eigenständig laufen gehen, was sie zur Freude ihrer Trainerin mit großer Disziplin auch tun: „Wir sind richtig stolz auf unsere Mädels, weil sie alle ihre Aufgaben so toll erledigen“, versichert Tanja Theilig.

Und auch von Rückschlägen lassen sich Team und Trainerin nicht aus der Bahn ­werfen, so musste sich beispielsweise Jantje Uhlenberg für vier Wochen in Corona-Quarantäne begeben, weil beide Elternteile ­positiv getestet worden waren. „Wir sind aber alle wieder gesund“, erklärt die Nachwuchsspielerin und  auch Merle Theilig freut sich auf den Trainingsbetrieb: „Wir können nicht nur endlich wieder miteinander trainieren, sondern auch über alles mögliche quatschen“, sagt sie, „das hat wirklich gefehlt.“

Bis auf eine Spielerin scharrt der zwölfköpfige Kader nun ungeduldig mit den Hufen, lediglich Jule Seebeck wird sich noch länger gedulden müssen: Die junge Frau arbeitet in einem Altenheim und darf deshalb nicht mit ihren Mannschaftskameradinnen trainieren. „Eine logische Vorsichtsmaßnahme“, verdeutlicht die Trainerin, die auf einen Saisonstart im Frühjahr hofft. „Ich denke, wenn wir im März mit der Vorrunde beginnen“, skizziert sie ihre Gedankenspiele, „könnten wir mit der eigentlichen Oberliga-Saison im Mai starten und bis kurz vor den Sommerferien damit durch sein.“

Von Seiten des Vereins wurde ein umfangreiches Hygiene-Konzept für den Spielbetrieb erarbeitet, über die Weihnachtsferien werden sich die Spielerinnen über ein wöchentliches Online-Training fit halten und innerhalb eines virtuellen Raumes können sie sich vor und nach dem Training miteinander austauschen.„Natürlich war die Enttäuschung über den Abbruch im Sommer auch bei uns Trainern groß“, erklärt Theilig, und seitens der TuS-Verantwortlichen sei tatsächlich darüber nachgedacht, den Kopf einfach in den Sand zu stecken. „Aber wir werden uns von Corona nicht schlagen lassen“, betont sie, „und wollen im nächsten Jahr zeigen, zu welchen Leistungen wir fähig sind.“

Erschienen im Weser Kurier am 21.12.2020, geschrieben von Christian Markwort
2020-12-21T17:49:25+01:0021. Dezember 2020|